Fall Nokia: neue Chance für Made In Germany ?

Hat die Nokia Werksschliessung die Deutschen wachgerüttelt oder ist diese Umfrage wieder nur ein Strohfeuer? Wieviele internationale Konzerne müssen Ihre deutschen Produktionsstätten eigentlich noch schliessen um kurz darauf den deutschen Markt mit Produkten aus Billiglohnländern überschwemmen zu können? Das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der ARD stimmt erstmal erfreulich.

So wollten künftig ganze 67 Prozent der Befragten nur noch in Deutschland produzierte Waren kaufen. Sogar mehr Geld wollte man für Produkte MADE IN GERMANY ausgeben. 11 Prozent der Befragten würden deutlich mehr Geld ausgeben, 70 Prozent wären bereit, etwas mehr Geld auszugeben, 16 Prozent würden nicht mehr zahlen. Befragt wurden 1.000 Bundesbürger.

Aber da bin wirklich gespannt ob sich dieser Trend auch tatsächlich weiter durchsetzt. Achten die Deutschen auch nachhaltig darauf die kleinen und mittelständischen Unternehmen aus dem eigenen Land zu unterstützen? Oder hört der gute Vorsatz beim Preisvergleich an der Ladentheke gleich wieder auf?  Was ist Eure Meinung?

Quelle: www.welt.de

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Kommentare

  1. GiO meint:

    Es wäre an der Zeit, das die EU da handelt. Es wird immer mehr von der EU beschlossen.Die neuen EU-Gebiete sind einfach vom Lohn-Niveau viel zu weit vom Rest der EU auseinander. Das ist doch klar das die Unternehmen diese Lücke nutzen um im Rahmen der EU-Gesetzte und im Schutz der EU in Billiglohnländern produzieren. Hier sollte ein Riegel von der EU vorgeschoben werden. Wir machen uns ja im eigenen Binnenmarkt selbst Konkurenz. 1/10 der Lohnkosten ist dort keine Seltenheit im Gegensatz zu Deutschland.

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  2. Hans-Georg meint:

    Diesen Trend versuche ich schon seit einigen Jahren für mich zu verfolgen. Leider weiss man ja gar nicht immer, welche Firmen noch in Deutschland produzieren. Handies aus Deutschland gibt’s doch wohl schon nicht mehr.
    Ich boykottiere selbst Firmen, die in der letzten Zeit durch Negativschlagzeilen wegen Schmiergelder aufgefallen sind.
    Wir Verbraucher haben eine grosse Macht, Einfluss zu nehmen. Das beste Beispiel ist der Boykott von Shelltankstellen vor einigen Jahren, als der Konzern eine alte Bohrplattform im Atlantik versenken wollte, was aufgrund des Drucks der Verbraucher abgewendet werden konnte.

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  3. prinzzess meint:

    nie wieder nokia für mich. ich denke, wir als kunden können da schon viel ausrichten, wenn wir bestimmte firmen boykottieren.
    http://www.prinzzess.biz/2008/01/16/no-more-noka/

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  4. GiO meint:

    Das wird mich sicher auch bei meiner nächsten Wahl des Mobiltelefons beeinflussen. Hatte noch nie ein Nokia :-)
    Dann wirds wohl dabei bleiben. Obwohl man natürlich jeder Unternehmensführung das Recht zusprechen muß, die Standortfrage von der Rentabilität abhängig zu machen. Manchmal kann das eben auch weh tun :-((

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  5. Susanne meint:

    Wenn ich die Umfrage richtig verstehe, dann haben 67% nicht kapiert, dass die deutsche Wirtschaft davon lebt, dass es in anderen Staaten Menschen gibt, die so nett sind, unsere Produkte zu kaufen. Und dann soll alles gut werden, wenn hier nur noch Waren gekauft werden, die in Deutschland produziert wurden? Na prima.
    Für Nokia ist Bochum nun mal nicht mehr als ein Standort und damit auch ein Kostenfaktor. Und man fühlt sich ganz selbstverständlich seinen Geldgebern, sprich Aktionären, verpflichtet. So egoistisch, so marktwirtschaft.
    Das einzige, was mich an dieser Sache wirklich ärgert, ist die Subventionspraxis hierzulande. Und dafür können genau die Politiker was, die jetzt so furchtbar betroffen sind. Ob sie das auch wären, wenn die Werksschliessung nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zweier Landtagswahlen stattfinden würde?

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  6. Balu meint:

    @Susanne: Bravo, das ist genau die richtige Meinung.

    Natürlich ist es schade, dass Nokia das Werk schliesst. Aber als Firma muss man nun mal auf die Kosten achten.

    Am neuen Standort sind die Mitarbeiter günstiger, es gibt neue Maschinen, mehr Platz unter anderem auch für die Zulieferer, die Nokia in Deutschland nicht ansiedeln konnte / durfte, …

    Wie viele große deutsche Firmen produzieren denn auch im Ausland, weil es hier einfach zu teuer ist?

    Und für die Politiker ist es doch leicht ihre ach so bösen Nokia-Handys wegzuwerfen. Wer bezahlt denn deren Handys?

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  7. Ein Satire-Clip zum Thema:

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  8. upps… hat wohl nicht geklappt. 2. Versuch:

    Ein Satire-Clip zum Thema:

    http://de.youtube.com/watch?v=1LRttH0lbhE

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  9. @ susanne: volle zustimmung!

    und noch was: die entscheidungen “unserer” politiker sind zu sicher zu hinterfragen -in diesem fall in bezug auf die vergabe-kriterien von fördermitteln.

    ja, aber wer hat die denn überhaupt ins amt gewählt?! richtig: die deutsche bevölkerung. die mit der “geiz ist geil” mentalität. die bevölkerung, innerhalb derer nur 30% ein eigenes einkommen erwirtschaften.
    ok, rentner und kinder sind mit reingerechnet, aber: 70% leben hier von “opm” (other peoples money). logisch, daß das die lohn- und lohnnebenkosten weit nach oben schraubt.

    das mehrheitliche anspruchsdenken hier im land steht leider nicht im richtigen verhältnis zur eigenen leistungsbereischaft…

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  10. Wow.. ich muss sagen, ich bin von der Sachlichkeit beeindruckt.. ich hab den Artikel gelesen und eigentlich schon Stammtisch-Niveau in den Kommentaren erwartet. Ich muss mich aber dem Tenor hier anschließen. Für globale Unternehmen wie Nokia sind Produktionsstandorte wie Bochum nur ein Kostenfaktor. Viel mehr sollte sich die deutsche Wirtschaft auf Aspekte besinnen die hier besser funktionieren als woanders. Forschung, Entwicklung, High-Tech, Know-How.. sprich Standortfaktoren die nicht überall verfügbar sind. Denn jetzt mal ehrlich: Plastikteile am Fließband zusammensetzen lassen kann man überall auf der ganzen Welt, da braucht’s kein Know-How…

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  11. Udo Pasch meint:

    Den meisten meiner Vorschreiber muss ich schon Recht geben was die Zusammenhänge globaler Unternehmen und deren Produktionsstandorte anbelangt. Allerdings bin auch ich immer wieder verwundert über die Aufschreie aus der Politik wenn wieder einmal kräftig Abkassiert und anschließend ein Werk ins benachbarte Ausland umzieht. Wie war das noch mit Infineon? Scheinbar glauben manche Politiker doch mehr an Märchen als an die Gesetze der globalen Marktwirtschaft. Und in Zeiten weiter sinkender Zuwachszahlen im Mobilfunkbereich ist das Ende sicher noch nicht erreicht. Da wird der Umzug in Billiglohnländer innerhalb Europas nur eine kurze Zwischenstation sein. Schließlich gibt es hier ja erstmal wieder satte Subventionen.

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